Montag, 1. februar 2010
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12:45
Wie kommen wir von Punkt A an den 200km entfernten Punkt B? Genauer formuliert: Wie kommen wir von Morogoro ins
200km entfernte Ifakara? Natuerlich mit dem Bus, denn das ist das hier haeufigste benutzte oeffentliche Verkehrsmittel. Was wollen wir ueberhaupt in Ifakara? Ein anderes Zentrum fuer Kinder mit
geistiger Behinderung besuchen. Warum denn das? Weil wir ueberlegen, in ein anderes Projekt zu wechseln und uns deshalb einige Einrichtungen anschauen. Mhm. Ok, und welche Buslinien fahren nach
Ifakara? Das bekommt man schon mit. Wir fahren einfach mal mit den Pikipiki-Taxis zum Busstand, lassen uns von bestimmt 20 Schleppern anquatschen, an den Haenden zerren, zu irgendwelchen Bueros
oder Bussen schleppen, nebenbei immer wieder anmerken, dass wir doch angeblich wuessten, wo wir hinmuessten, hoffen, dass es nicht auffaellt, dass wir es gar nicht wissen und dann noch weitere 10
auf uns zu kommen, fragen bei jedem Bus nach dem Preis und wann er abfaehrt, glauben den Ticketverkaeufern, steigen in einen Bus ein, sind froh, endlich im Bus zu sitzen, stellen aber
gleichzeitig fest, dass der Bus fast leer ist, aber uns wurde ja gesagt, dass er wirklich 8h abfaehrt, hm, ueberlegen uns schon, dass es immer ein schlechtes Zeichen ist in leere Busse
einzusteigen, denken aber, dass er schon irgendwann abfahren wird, machen unsere Sitze zurecht, packen die Buecher aus, lesen 2 Seiten, lesen 10 Seiten, lesen 30 Seiten, lesen 50 Seiten, immer
mit einem Blick nach aussen, wann es denn nun los geht, lesen weiter und schlagen irgendwann nach 1h die Buecher zu, um uns 10h nochmals zu erkundigen, dass der Bus ja wirklich 9h abfaehrt,
hoeren nur ein "Subiri kidogo", werden skeptischer, sehen dass irgendwas am Bus kaputt sein muss, steigen aus, gehen zum Ticketverkaeufer, wollen Geld zurueck und mit anderen Bus fahren, niemand
reagiert, wollen Geld zurueck, warum? Bus faehrt doch gleich, sagen nein, wollen Geld zurueck, sinnlos, finden ueber Schlepper anderen Bus nur noch Sitze in letzter Reihe frei, fahren los, 2 h
spaeter wie gewollt,

nach 1h Buspanne, alle steigen aus, setzen sich an Strassenrand, beiben ruhig, sind's gewoehnt, Mzungus werden nach 2h Warten in Hitze leicht nervoes, lesen weiter, irgendwann kommt fehlendes
Teil angeliefert, Fahrt geht weiter, nach weiteren 2h keine Asphaltstrasse mehr, merken die letzte Reihe, 1,5h Hochspringen im Bus, hm...
Wir ziehen Resultat: Aus 4-5h Busfahrt werden 10h anstrengende Busstunden und wir wissen, dass es bloss eine kurze Strecke gewesen ist. Am Mittwoch geht's dann fuer unser Zwischenseminar von
weltwaerts nach Mwanza, es heisst 12h Busfahrt...wir sind gespannt!